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Welttheater auf der Höhe der Zeit

Leonard Bernsteins CANDIDE wurde erstmals in Deutschland in einer neuen Fassung vorgestellt.

"Mut zur Überlänge" sei zwar nötig, meint der Rezensent der Neuen Musikzeitung (NMZ), aber von der Neufassung von Bernsteins CANDIDE durch John Caird aus dem Jahr 1999 - nun erstmals in deutscher Sprache am Nationaltheater Weimar, übersetzt von Martin G. Berger - ist er begeistert. "Ein Stück ganz auf der Höhe der Zeit", "postfaktisches Welttheater" komme zum Vorschein in dieser Version - in einem Werk, möchte man hinzufügen, mit wechselhafter Aufführungsgeschichte, das zwar virtuos, aber auch unfallgefährdet zwischen den Genres von Oper, Operette und Musical balanciert.

John Cairds sog. Royal National Theatre Version schärfe die "ausladende Handlungsfülle" und intensiviere die "bizarre Drastik" der Voltaire-Vorlage, so die NMZ. Das Fazit: Bergers Übersetzung wirke "ebenso sinnfällig wie effektsicher. Am Ende, das ist seit John Caird neu, treten die Figuren aus der Story und fordern von Voltaire: 'Schreib’s um!'"

Bei Musik und Bühne ist diese Fassung in einer kleineren Orchesterbesetzung (ca. zwölf Musiker plus Streicher) erhältlich. Wir bieten außerdem die sog. Chelsea Version von 1974 an, die ebenfalls kürzlich aufgeführt wurde - in einer halbszenischen Präsentation der Musikalischen Komödie Leipzig. 

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