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Ein neues Bergman-Musical: FANNY UND ALEXANDER

Das letzte nennenswerte Bergman-Musical liegt lange zurück. Es ist Zeit für ein neues!

Gisle Kverndokk und Øystein Wiik (Fotos: Svein Finneide)

Ausschnitte aus dem Musical FANNY UND ALEXANDER (Workshop des Musiktheaterforums Oslo)

Trailer des Kinofilms FANNY UND ALEXANDER (TobisFilms)

Ein neues Bergman-Musical steht ins Haus: Gut vierzig Jahre nach Sondheims LÄCHELN EINER SOMMERNACHT stellt das vielseitige norwegische Team Gisle Kverndokk (Musik) und Øystein Wiik (Libretto) FANNY UND ALEXANDER  vor. Bergmans 1982 als sein vorletzter Film realisierter Stoff wird in Kverndokks und Wiiks Musicalfassung am Landestheater Linz uraufgeführt. Die deutsche Übersetzung erarbeiteten Elke Ranzinger und Roman Hinze.

Die für den 4. April vorgesehen Premiere ist auf Grund der aktuellen Situation auf einen bislang unbestimmten Termin verschoben. 

Die Laterna magica /
die Welt ein großes Spiel /
die Welt im Kerzenschein /
die Welt, die einmal meine war –

Der Komponist Gisle Kverndokk sagt: „Ich war überrascht, wie gut es sich für das Musiktheater eignet. (…) FANNY UND ALEXANDER ist eine Hommage an das Theater, das Leben, die Liebe und die Kunst. Die Charaktere sind so vielfältig, und in der Geschichte gibt es überall Musik“. (Das komplette Interview mit dem Online-Magazin „Broadway World“ ist hier nachzulesen). Nicht zuletzt gehe es in FANNY UND ALEXANDER auch um Magie und Rätsel. Der Stoff sei der anregendste überhaupt, mit dem er je umgegangen sei, sagt der im Musiktheater äußerst versierte Komponist. Seine Musik solle „Zeit, Atmosphäre und Dramatik“ der Geschichte nachempfinden und der großen Anzahl von Figuren mit vielen, sehr unterschiedlichen musikalischen Themen gerecht werden.

In FANNY UND ALEXANDER, seinem erfolgreichsten und ungewöhnlich poetischen Film, verarbeitete Ingmar Bergman zahlreiche autobiographische Motive. Erzählt wird zunächst aus dem meist heiteren Alltag der wohlhabenden Theaterfamilie Ekdahl. aus der die beiden Kinder Fanny und Alexander herausgerissen werden, nachdem ihre plötzlich verwitwete Mutter Emilie sich erneut verheiratet. Aus der schwierigen Situation bei ihrem Stiefvater können sie dank mutiger, aber auch mysteriöser Helfer entkommen und kehren mit ihrer Mutter in das Haus ihrer unbeschwerten Kindheit zurück.

Schütz unsre kleine Welt, sei gut /
und unbekümmert wie ein Kind /
begreif das unbegreiflich Große /
in dem Kleinen, das wir sind –

Der mit vier Oscars gewürdigte Film, den der damals 64-jährige Bergman als seinen letzten ankündigte (es folgte dann 2003 doch noch SARABANDE) wird im Lexikon des Internationalen Films so charakterisiert: „Seine Erinnerung an glückliche und angstvolle Momente der Kindheit ist nicht weniger bitter und scharfsichtig als in früheren Werken, hat hier jedoch die Form eines prächtigen, sinnlichen und detailverliebten Schauspiels, das nicht zufällig im Theatermilieu angesiedelt ist“.


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