zurück
nach oben
Merkliste

Musical auf Abwegen? Im Gegenteil!

Viel Applaus gab es für die Deutschsprachige Erstaufführung von FAST NORMAL (NEXT TO NORMAL) in Fürth.

FAST NORMAL (NEXT TO NORMAL) im Stadttheater Fürth (Fotos: Thomas Langer/Theater)

Der Kritiker der Nürnberger Nachrichten scheint überrascht: „Da reißt ein Stück 700 Leute - die handelsüblichen Musical-Claqueure inklusive - aus den Sitzen, weil es an die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts andockt“. Der Schlussapplaus sei „ein langer Jubelschrei“ gewesen, und das nach fast drei Stunden Stille - „die Stille hatte Geräusche freigegeben, die im Kino zwar bei ,Titanic‘ handelsüblich, im Theater aber nun doch verdammt selten sind“. Dass FAST NORMAL (orig. NEXT TO NORMAL) ein absolut ernsthaftes Thema, die bipolare Störung einer Frau mittleren Alters und deren Auswirkungen auf ihre Familie, aufgreift, wird auch in den anderen Kritiken herausgehoben. „Das Publikum reagierte begeistert auf den mutigen Versuch, das häufig tabuisierte Thema Depression im oft gefälligen Musical-Format auszuleuchten“, schreibt Focus Online, und auch der nicht restlos überzeugte Rezensent von nachtkritik.de resümiert: „Bei der Premiere war zu beobachten, wie sich das Publikum, geeicht auf die u?blichen Musical-Rituale mit den großzu?gigen Publikums-Juchzern nach jedem Song-Aufschwung, erst vom Schrecken des höheren Anspruchs der Fabel erholen mussten. Als dann klar wurde, dass das 'System Musical' auch auf dieser etwas mehr als sonst gewundenen Abzweigung eigenartig funktioniert, also zumindest in Deutschland schwerlich mit den gedanklichen Komplikationen eines Schauspiels zu verwechseln ist, war der Jubel nicht mehr aufzuhalten“.

Dass NEXT TO NORMAL mehrfach ausgezeichnet wurde, erklären die Nürnberger Nachrichten so: „Grund für den Pulitzer-Preis 2010 und drei Tony Awards dürfte (...) die verblüffend dichte, Tragik und Gefühl souverän im Gleichgewicht haltende Textfaktur sein. Das Husarenstück von Regisseur und Übersetzer Titus Hoffmann besteht darin, eine kongeniale deutschsprachige Fassung erarbeiten zu haben, die diesem 150-Minüter einen von der ersten Sekunde an fesselnd soghaften Drive gibt“. Und zur Musik schreibt der Rezensent: „Wer in seiner Plattensammlung Joni Mitchell hat und George Winston, wer Kid Rock und Alan Parsons mag, eine Portion Dave Brubeck und eine Dosis Wehmuts-Abba, der ist in NEXT TO NORMAL goldrichtig. Goldrichtig u?brigens auch, weil alle sechs Fu?rther Protagonisten anru?hrend singen und hinreißend spielen“.

Infos zum Stück bei Musik und Bühne erhalten Sie mit diesem Link.


Archiv

IN AKTUELLES SUCHEN