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Ein Rückblick auf den Musicalsommer – Tipps inklusive

Von ANATEVKA bis ZORRO, vom Büroalltag bis zu südlicher Sonne, von Amüsement pur bis Unterhaltung mit Tiefgang – es war ein farben- und erfolgreicher Sommer. Das knappe Dutzend von Werken aus unserem Katalog, das die Freilichtsaison in diesem Jahr bereicherte, erwies sich sozusagen als bestens wetterfest. Zeit für ein Resümee!

ANATEVKA wird von der Zeitschrift Musicals anlässlich der Freilichtpremiere in Jagsthausen ganz aktuell beleuchtet: „Mit seinem Plädoyer gegen die willkürliche, sinnlose Vertreibung unschuldiger Menschen aus ihrer Heimat steht das etwas nostalgische Werk heute wieder mittendrin in der aktuellen Flüchtlingsdebatte“, meint der Rezensent. „Sommertheater im besten Sinne“ sei ZORRO, meint die Zeitschrift Musicals anlässlich der deutschsprachigen Erstaufführung in Tecklenburg. Die Show „unterhält gut zweieinhalb Stunden ohne Länge und entlässt das Publikum beschwingt in die Nacht“. Die Kollegen von Blickpunkt Musical meinen: „Gleich am Anfang wird mit ,Baila me‘ bewiesen, dass die Klänge der Gipsy Kings ideal in dieses Musical passen. (...) Die Figur des Zorro dürfte jeder kennen, und auch wenn das Musical nicht wirklich Neues erzählt, ist das Gesamtkonzept aus wunderbaren Choreographien, actionreichen Fechtszenen, Humor und überzeugenden Darstellern unbedingt den Besuch wert“.

WWW - das heißt ab sofort „World Wide Woppel“! WIE MAN WAS WIRD IM LEBEN, OHNE SICH ANZUSTRENGEN - diese ewig aktuelle Frage stellt das nostalgische Musical von Frank Loesser, das nach seiner Wiederentdeckung in Hannover inzwischen auch auf der Waldbühne Kloster Oesede im Westfälischen Premiere hatte. In der für Hannover entstandenen Übersetzung von Roman Hinze gibt es für das Publikum viele amüsante Aha-Effekte und Déjà-Vus: „albern, altmodisch, amüsant, kurzweilig geschrieben und großartig komponiert“ sei diese Show und eine „Musicalperle“, findet die Neue Osnabrücker Zeitung und resümiert: „Diese Aufführung macht schlicht und ergreifend Spaß“.

Auch in London zieht es das Musical nach draußen: Mit den Revivals klassischer Musicals im Regent's Park hätten die Produzenten in den letzten Jahren einen „triumphalen Weg“ beschritten, meinte der Evening Standard anlässlich der Sommerpremiere von SEVEN BRIDES FOR SEVEN BROTHERS. Das Londoner Publikum ist hingerissen - der Kritiker der Mail on Sunday hatte schon Recht, wenn er schrieb: „Widerstand ist zwecklos“. Mehr Infos zum Werk finden Sie hier bei Musik und Bühne.

Aber nicht nur Musicals schaffen es auf die Freilichtbühnen, auch die Operette erweist sich als sommertauglich: „Statt auf bloße Rührseligkeit legten die Librettisten ihren Schwerpunkt auf die Themen Einsamkeit und Melancholie.“ So beschreiben die Fränkischen Nachrichten Franz Lehárs Operette PAGANINI anlässlich der Freilichtpremiere bei den Frankenfestspielen Röttingen. Routinier Pavel Fieber hat die Künstlergeschichte um den Teufelsgeiger inszeniert, „Walter Lochmann und sein Salonorchester lassen es richtig schluchzen - und hauen hin und wieder einen schönen, bassgetragenen Swing unter die Nummern“, meint der Rezensent.

Dürfen wir Ihnen abschließend noch zwei Vorschläge für ganz unterschiedliche Musicals unter freiem Himmel machen? Da wäre zunächst die LOVE STORY, inspiriert von Erich Segals Bestsellerroman und von einem der ikonischsten Filme aller Zeiten. Die Besetzung konzentriert sich auf die beiden jungen Hauptrollen, bietet aber auch dankbare kleinere Aufgaben für ein Ensemble. Die Instrumentierung mit Klavier (teils ad lib. von der Hauptdarstellerin gespielt), Gitarre und Streichquintett zaubert einen sehr aparten, lyrischen Klang hervor. Das Musical ist noch zur deutschsprachigen Erstaufführung frei, die Übersetzung ist in Arbeit. Ist LOVE STORY eine eher realistische Angelegenheit, so steht am anderen Ende der Skala FRANKENSTEIN JUNIOR. Ebenso grotesk wie amüsant, zeigt dieses Musical eine andere Facette des genialen Theatermachers Mel Brooks - und ist ebenso frech wie THE PRODUCERS. Die Geschichte von FRANKENSTEIN JUNIOR, dem Neuro-Chirurgen mit schriller Verlobter, funktioniere „fabelhaft“, so ein Rezensent der deutschsprachigen Erstaufführung 2013 in Halle. Ein Riesenspaß mit Wohlfühl-Gruselfaktor und wie gemacht für „draußen“.


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