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Die Römer in Wien!

Blick über die Grenzen (1) - Stephen Sondheims Komponistendebüt von 1962 bringt die österreichische Hauptstadt zum Jubeln

Nackte Beine, seltsame Gewänder: Sie spinnen wohl wirklich, die Römer! (Foto: Volksoper Wien)

Eine neue Rubrik ist eröffnet: In lockerem Abstand wollen wir besondere Operetten- und Musicalproduktionen jenseits der deutschen Grenzen vorstellen: Neues oder Wiederentdecktes von Broadway und Westend, aus Österreich, Nordeuropa oder Benelux. Zum Auftakt möchten wir Sie auf eine besondere Spezies – mit teils nackten Beinen und in seltsamen Gewändern – hinweisen: Die Römer in Wien, wo an der Volksoper mit sensationellem Erfolg der Erstling des Komponisten Stephen Sondheim gespielt wird. Der bekannte Titel ZUSTÄNDE WIE IM ALTEN ROM (orig. A FUNNY THING HAPPENED ON THE WAY TO THE FORUM) wurde für die Wiener Produktion eigens in DIE SPINNEN, DIE RÖMER! geändert. Star der ersten Aufführungsserie war Volksoperndirektor Robert Meyer. Für Mai 2012 wurden wegen des großen Erfolgs zusätzliche Vorstellungen angesetzt. Die Zeitung „Kurier“ schreibt: „DIE SPINNEN, DIE RÖMER! ist ein Spiegelbild menschlicher Schwächen. Und ‚Comedy Tonight’ die Vorgabe. ‚Nichts was uns schwere Herzen macht. Heute wird gelacht.’ Die ganz im Geiste von Feydeau und Molière elegant geschriebenen Farce bringt: ‚Etwas Vertrautes, Geklautes, Groteskes, Obszönes, Graziöses, Pompöses ... Nichts Dezentes. Wir wollen outrieren.’” Stephen Sondheim trat mit diesem Musical 1962 erstmals auch als Komponist auf, nachdem er als Songtexter unter anderem bei Bernsteins „West Side Story“ schon erfolgreich gewesen war. A FUNNY THING war ein Broadwayhit von Beginn an – das sollte Sondheim in seiner langen Karriere nicht immer passieren. „Die Presse“ weist in ihrer Inszenierung auf den Anteil von Musik und Text am Erfolg hin: „Das liegt zunächst an Sondheim selbst, an seinem brillanten Wortwitz, der hier notgedrungen abgeschwächt ist, doch sich auch verwandelt in Martin Flossmanns deutscher Fassung mitteilt, die Regisseur Werner Sobotka adaptiert hat. Die Qualität der Musik, vom Orchester unter David Levi mit Schmiss, Feinsinn und gottlob ohne die branchenübliche Brachialverstärkung dargeboten, steckt immer wieder im Detail: Dort, wo schlichtere Autoren sich mit bloßen Wiederholungen begnügt hätten, bringt Sondheim mit leichter Hand melodische und harmonische Varianten an, die dennoch nicht zu komplex und überladen wirken – eine brillante Gratwanderung.“ Die Internetseiten der Volksoper Wien (siehe unten) bieten weitere Infos zur Aufführung. Zum Stück finden Sie die detaillierten Informationen bei Musik und Bühne mit diesem Link.


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