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"Musicals" über Musicals - eine Rezensionstour

Die sommerliche Ausgabe der Zeitschrift „Musicals“ wimmelte geradezu von Musik-und-Bühne-Stücken - einige Rezensionsschnipsel wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

Eindrucksvolle Bilder: SWEENEY TODD in Hildesheim und AIDA in Nordhausen (Fotos: Theater).

Die erste Premieren der neuen Musicalsparte innerhalb des Landestheaters Linz war DIE HEXEN VON EASTWICK. „Matthias Davids setzt in seiner Inszenierung auf Tempo und lässt die einzelnen Szenen des Stücks in schnellem Wechsel aufeinander folgen. Trotz der vielen Shownummern und dem uhrwerksähnlichem Ablauf schafft es Davids, den Figuren ein deutliches Profil zu verleihen. (...) Die Präzision der choreografischen Einstudierung kann auf jeden Fall mit den großen kommerziellen Produktionen mithalten“ (Rezensent: Thomas Schramm).

SUNSET BOULEVARD von Andrew Lloyd Webber kam in Klagenfurt zur österreichischen Erstaufführung, „längst überfällig“, wie der Rezensent Sascha Sautner meint. Er hebt vor allem die Eigenständigkeit dieser Produktion hervor: „Oft entpuppen sich gerade die Theaterabende als überaus gelungen, von denen man sich gar nicht so viel erwartet hatte. Zu solch einer Überraschung zählt auch dieser“, schreibt Sautner und nennt die Aufführung „künstlerisch mindestens genauso wertvoll“ wie die bekannte Originalproduktion.

Über die deutschsprachige Erstaufführung von THE DROWSY CHAPERONE (HOCHZEIT MIT HINDERNISSEN) schreibt Bernd Freimüller, Hof sei „für diesen Mut mit einer wunderbaren Show“ belohnt worden und bilanziert: „Es bleibt zu hoffen, dass sich nun auch andere deutschsprachige Bühnen an THE DROWSY CHAPERONE herantrauen, das Theater Hof hat hier eigentlich Pionierarbeit geleistet. Bei allem Verständnis für die (unbegründete) Angst vor dem spezifischen Charakter dieser Show, aber wer bei einer Musical Comedy vor allem auf Comedy Wert legt und die dementsprechenden Schauspieler zusammentrommeln kann, darf an dieser Show eigentlich nicht vorbeigehen“.

„Hinreißend schaurig-schöne Bilderfluten“ lobt Philip M. Pankow beim Hildesheimer SWEENEY TODD. „Ein Musical im Opern-Outfit“ sei Sondheims in Deutschland wahrscheinich meistgespieltes Stück: „Sondheim schrieb eine illustrative Musik, die das Cineastische betont. Zugleich leuchten die Songs behutsam in das Innenleben hinein. Sie sind keine Hits, aber faszinierende Balladen und kreieren, jenseits des Grauens, durchaus auch komische Augenblicke“. Der Rezensent hebt die Nähe zu Kurt Weill vor und nennt SWEENEY TODD „ein Musical gegen Mega-Erfolg und Mainstream gebürstet“. Die Hildesheimer Musicalmacher durften sich über „lang anhaltenden Applaus und deutlich akklamierte Anerkennung“ freuen.

DIE LETZTEN FÜNF JAHRE in Lüneburg: „Sehr raffiniert, sprich ungewöhnlich gestaltet“ nennt Philip M. Pankow dieses „kunstvoll komponierte Kammerstück“. Der „dramaturgische Kniff“, die beiden Personen ihre gemeinsame Geschichte in gegensätzlicher Chronologie erzählen zu lassen, funktioniere tadellos, Inszenierung und Ausstattung sorgten für „Glaubwürdigkeit und Klarheit“, so Pankow. Auch die Komposition kommt in dieser Rezension zu ihrem Recht: „Jason Robert Brown schrieb dafür eine nahezu durchkomponierte Partitur mit eigenen Songtexten. (...) Die Musik bringt diese emotionalen Kurvenfahrten hervorragend zum Ausdruck“.

„Wunderbar auch für kleinere Bühnen spielbar“ sei AIDA von Elton John und Tim Rice, schreibt Marcus C. Leitschuh anlässlich der Premiere in Nordhausen und urteilt: „Was da geboten ist, ist einfach prachtvoll“. Iris Limbarths Regie sei „routiniert und sicher, ohne größere Überraschungen, aber im guten Sinne werkgetreu“ - also „beste Musicalunterhaltung“. Die Musicalgäste in den Hauptpartien würden von einem „hochkarätigen Ensemble“ aus dem Theater Nordhausen unterstützt.

„Keine Experimente“ gebe es bei der „durchweg gelungenen Aufführung“ von EVITA am Theater Osnabrück, schreibt Dominik Lapp und lobt den „Drive“ des Dirigenten An-Hoon Song, der das Orchester „durch die anspruchsvolle Partitur von Andrew Lloyd Webber“ jage. Als Amateurproduktionen und semiprofessionellen Aufführungen werden in der aktuellen „Musicals“-Ausgabe unter anderem JEKYLL & HYDE in Erkrath, THE FULL MONTY (GANZ ODER GAR NICHT) in Wiesbaden, DIE GLORREICHEN in Wetzlar, RENT in Lüneburg rezensiert. Und auch die Vorschau nennt so einige Stücke aus dem Katalog von Musik und Bühne: HONK! in Linz (seit 2. Juni), ANATEVKA bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen (ab 13. Juni), COMPANY in Mannheim (ab 15. Juni), AIDA bei den Burgfestspielen Jagsthausen (ebenfalls ab 19. Juni), LES MISERABLES in Magdeburg (ebenfalls ab 21. Juni), SWEENEY TODD bei den Schlossfestspielen Ettlingen (ab 27. Juni), OLIVER! in Krefeld (ab 11. Juli), DIE LETZTEN FÜNF JAHRE in Eppan (Südtirol) ab dem 26. Juli, DRACULA ab 27. Juni bei den Frankenfestspielen in Röttlingen sowie auf der Felsenbühne Rathen (ab 5. Juli), EVITA beim Musikfestival Steyr ab 25. Juli sowie DISNEY'S BEAUTY AND THE BEAST auf der Felsenbühne Staatz ab 26. Juli.

Über die Freilichtaufführungen unserer Stücke in Kürze mehr! Eine Anmerkung: Nicht alle der genannten Werke werden auch in Österreich von Musik und Bühne vertreten


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