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Paul Abraham - der hat sich was getraut!

Für den Dramaturgen der neuen BALL IM SAVOY-Produktion an der Komischen Oper Berlin, Pavel B. Jiracek, ist die Abraham-Operette eine „Fundgrube“.

Berliner Ansichten: Im Dezember 1932 wurde BALL IM SAVOY im Großen Schauspielhaus uraufgeführt, im Juni 2013 kehrt es in die Stadt zurück, dieses Mal auf der Bühne der Komischen Oper (Fotos: Wikimedia Commons / Komische Oper Berlin)

"Ich kannte viele der Abraham-Lieder von Kindheit an, aber ich kannte natürlich den Zusammenhang mit den Operetten nicht“, erzählt Pavel B. Jiracek, Dramaturg an der Komischen Oper Berlin und als solcher an der dortigen Inszenierung von BALL IM SAVOY beteiligt. Paul Abraham und seine Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Loehner-Beda hätten sich seinerzeit viel getraut, „Brüche zugelassen“, wie Jiracek sagt, und sich dem Stoff „mit Roh- und Wildheit genähert“. Besonders die Neutralität der Autoren gegenüber den divergierenden Lebensentwürfen sei absolut heutig - das eine Paar gibt seiner Ehe eine neue Chance, das andere frönt eher der freien Liebe. BALL IM SAVOY sei eine glanzvolle Operette, die auch Melancholie und Tiefe enthalte - zumal der dort gezeigte Glamour, die Vielfalt im Berlin der 1920er-Jahre dem Untergang geweiht war. Vorrangig ist für Jiracek aber das faszinierende Tempo dieser Operette mit ihren bewusst sprunghaften, geschliffenen Dialogszenen - wie in einer „screwball comedy“ gehe es hier streckenweise zu, sagt der Dramaturg. Eine Steilvorlage für Regisseur Barry Koskie, das darf man gewiss vermuten.


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