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Eine imposante Reihe von Ur- und Erstaufführungen in der Saison 2021/22


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02.10.21 Kaiserslautern LAST PARADISE LOST | 02.10.21 Bielefeld THE GOODBYE GIRL (DER UNTERMIETER) | 14.10.21 Detmold LIEBE, MORD UND ADELSPFLICHTEN | 31.10.21 Hamburg ONCE | 21.01.22 Schwerin PFEIFEN KANN DOCH JEDER | 01.04.22 Nordhausen JANE EYRE | 16.04.22 Linz FANNY UND ALEXANDER | 07.07.22 München TOOTSIE


Gleich am 2. Oktober haben wir eine Uraufführung zu bieten. Am Pfalztheater Kaiserslautern wird es rockig, genauer gesagt prog-rockig: Vanden Plas, eine in diesem Genre führende Band, hat nach EVERYMAN erneut einen historischen, gleichsam weltumspannenden Text ins Format einer Rockoper überführt: LAST PARADISE LOST ist eine moderne Interpretation des berühmten Gedichts von John Milton mit großem Bühnenapparat und facettenreicher Musik.

Gleichentags präsentiert das Theater Bielefeld die DSE des Musicals THE GOODBYE GIRL (DER UNTERMIETER). Entstanden nach dem gleichnamigen Film von 1977, für den Hauptdarsteller Richard Dreyfuss den Oscar erhielt, liegt hier eine berührende romantische Komödie im Musicalformat vor, mit pointierten Dialogen und wunderbar üppiger Musik von Marvin Hamlish, dessen Gesamtwerk für Bühne, Film und Songrepertoire vielfach preisgekrönt wurde. Übersetzt haben Laura Friedrich Tejero und Roman Hinze.

Keine zwei Wochen später, am 14. Oktober, beschäftigt sich das Landestheater Detmold mit LIEBE, MORD UND ADELSPFLICHTEN. Die ehrwürdige New York Times nannte dieses Musical (Originaltitel A GENTLEMAN’S GUIDE TO LOVE AND MURDER) „eins der inspiriertesten und unterhaltsamsten überhaupt“, und 2014 regnete es Preise, darunter vier Tonys. Die Übersetzung dieser skurrilen, durch und durch britisch-komödiantischen Geschichte ist von Daniel Große Boymann.

ONCE steht zwar erst ab der Spielzeit 2023/24 für Folgeproduktionen zur Verfügung, aber die Freude der Ankündigung lassen wir uns nicht nehmen: Dieses lässig romantische Kammerspiel, 2012 gekrönt mit sage und schreibe acht Tonys, ist ein besonderer Glücksfall des Genres und feiert seine deutschsprachige Erstaufführung am 31. Oktober in den Hamburger Kammerspielen (Übersetzung: Sabine Ruflair und Gil Mehmert). Das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz und Zittau übernimmt die Produktion ab 1. Dezember. 

PFEIFEN KANN DOCH JEDER – oder etwa nicht? Ob aber jeder nach derselben Pfeife tanzt, ist eine andere Frage. Dieses Musical (orig. ANYONE CAN WHISTLE) ist eine pfiffige politische Satire, die vielleicht erst jetzt, Jahrzehnte nach der Broadwaypremiere, so richtig zu zünden vermag. Schließlich sprechen wir hier von der DSE eines Stephen-Sondheim-Musicals, und dass dieser geniale Komponist und Texter seiner Zeit voraus war, ist kein Geheimnis. Premiere ist am 21. Januar 2022 in Schwerin, übersetzt hat Martin G. Berger.

In JANE EYRE verarbeitete Charlotte Brontë ihr eigenes, schwieriges Leben als junge Frau. Das Buch ist ein bleibendes Zeugnis des zeittypischen Gouvernantenromans, den Brontë zu neuen literarischen Höhen führte. Komponist Paul Gordon und Textdichter John Caird haben den in Großbritannien bis heute vielgelesenen Roman gekonnt zu einem Musical geformt, das eine ewiggültige Geschichte vom Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit erzählt. Nach der DSE in der deutschen Fassung von Sabine Ruflair beim Musicalfrühling Gmunden, von der es auch eine CD-Aufnahme gibt, wird die deutsche Erstaufführung am 1. April im Theater Nordhausen stattfinden. 

Die Uraufführung von FANNY UND ALEXANDER am Landestheater Linz war fertig geprobt, als die Theater pandemiebedingt ihre Türen schließen mussten. Das Musical des erfahrenen Teams Gisle Kverndokk und Øystein Wiik nach dem legendären Film von Ingmar Bergman über seine eigene Kindheit wird mit zweijähriger Verspätung nun am 16. April erstmals gespielt (Übersetzung: Elke Ranzinger und Roman Hinze). 

Eine veritable Filmlegende ist TOOTSIE – Dustin Hoffmann hat diese Rolle 1982 unsterblich gemacht. Erfolgloser Schauspieler verwandelt sich in erfolgreiche Schauspielerin: Man darf sich wundern, warum das Genre Musical diesem Stoff fast drei Jahrzehnte lang widerstanden hat. 2018 war Broadwaypremiere, die laut einer Rezension „altmodisch war und stolz darauf“ – der Zusatz „a surefire crowd-pleaser“ ist wohl unübersetzbar, leuchtet aber unmittelbar ein. Sehr wohl übersetzt wurde TOOTSIE von Roman Hinze, und die DSE hat sich das Münchner Gärtnerplatztheater gesichert – Premiere ist, als Ausklang dieser außergewöhnlichen Saison, am 7. Juli. 

Die deutschsprachigen Erstaufführungen relativ neuer oder auch älterer Musicals sind für uns ganz spezielle Ereignisse, von Uraufführungen ganz zu schweigen. Schon lange vor der Premiere fragt man sich: Wird das Stück als solches „funktionieren“, wie man im Theater sagt? Wird eine fleißig erarbeitete und mehrfach geprüfte Übersetzung dem Original gerecht und macht sie die manchmal durchaus ungewohnten Themen in einem Musical verständlich? 

In den letzten Jahren haben sich in dieser Hinsicht ganz unterschiedliche Stücke wie NEXT TO NORMAL, DOKTOR SCHIWAGO, OTELLO DARF NICHT PLATZEN und HOCHZEIT MIT HINDERNISSEN bei ihrer Erstaufführung bewährt und einen Platz im Repertoire erobert. Auch in der kommenden Spielzeit hoffen wir auf diesen Effekt – die thematische und musikalische Bandbreite spricht sehr dafür!

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