Nic Schilling (…) hat eine erstaunlich reiche Musik geschrieben, die mit jedem Song Neues enthüllt – die Lieder lassen in die Seele der Figuren blicken, schildern subtil die Geborgenheit oder Nervosität in der Kirche. Sie sitzen genau an den richtigen Stellen und der Übergang vom Dialog in Musik wirkt natürlich. Die Stil- und Formenvielfalt ist erstaunlich – es gibt klassische Balladen, mehrstimmige Chorsätze mit Melismen oder komponierte Dialoge, die Rap-Verse gegen eine poppige Melodie setzen. Einflüsse der modernen Klassik sind ebenso spürbar wie die Liebe zu Sondheim, in Binnenreimen und vor allem in der sehr engen Umarmung von Musik und Text. (…) All das, wofür die englische Sprache den schönen Ausdruck „Coming of Age“ bereithält, wird hier mit großer Empathie verhandelt.
Musical Today (die vollständige Rezension finden Sie hier)
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Schon bald wird klar, dass der Sturm nicht nur die Landschaft aufwühlt, sondern auch metaphorisch für die Gefühlswelt der Figuren steht. Denn das, was das Musical unmissverständlich hervorhebt, ist, dass die Frage nach dem Ich für queere Jugendliche weitaus schwerer zu beantworten ist. (…) IM AUGE DES STURMS ist ein stark atmosphärisches, beinahe immersives Stück. (…) Die Songs von Nic Schilling stehen für sich selbst, gelingen als große Momente, in denen die Figuren ihre eigene Erzählung wieder an sich reißen und gefestigt daraus hervorkommen. Aber besonders die Beziehungen der Charaktere glänzen in den kleineren intimen Dialogen, lassen sie in ihren Gefühlen changieren und auch mal Mist bauen. (…) Als Coming-of-Age-Stück funktioniert die Geschichte an manchen Stellen auch aufklärerisch, erklärt Begrifflichkeiten, Schuld und Werte, schwingt dabei aber nie die Moralkeule.
Nürnberger Nachrichten
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Ich finde es extrem wichtig, Geschichten und Rollen auf die Bühne zu bringen, die man im Musical noch nicht oft sieht. Die Hauptfigur ist nicht-binär, es gibt eine lesbische Liebesgeschichte, und generell geht es viel um Identitätskrisen. (…) Ich glaube, dass solche Stoffe großes Potenzial haben. Es ist eine Art Musical, die in Deutschland noch nicht oft erzählt wird. Die Verbindung aus Popmusik und Kirchenmusik ist spannend, und mir war wichtig, das Genre zu feiern, ohne den Fokus auf Schauspiel zu verlieren. Für mich gehört beides zusammen: große musikalische Momente und eine starke, handlungsgetriebene Erzählung.
Nele Neugebauer, Regisseurin der Uraufführung