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IM AUGE DES STURMS

 

Ein Coming-of-Age-Musical

Musik und Songtexte von Nic Schilling
Buch von Annabell Strobel, Isa Fallenbacher und Nic Schilling

 

Uraufführung am 1. Mai 2026
Kulturforum Fürth


Die Uraufführung des Musicals IM AUGE DES STURMS im Kulturforum Fürth (Fotos: Stella Fritz) 
Mitwirkende waren Alex Irrgang (Trito), Michaela Thurner (Lila), Clara Marie Hendel (Pepper), Felix Freund (Felix), Mascha Kamenskikh (Quentin), Anna-Victoria Horn, Laura Jonas, Miriam Jordan, Adelina Phiong, Simon Schüppen und Nora Zieger (Ensemble)


Nic Schilling (…) hat eine erstaunlich reiche Musik geschrieben, die mit jedem Song Neues enthüllt – die Lieder lassen in die Seele der Figuren blicken, schildern subtil die Geborgenheit oder Nervosität in der Kirche. Sie sitzen genau an den richtigen Stellen und der Übergang vom Dialog in Musik wirkt natürlich. Die Stil- und Formenvielfalt ist erstaunlich – es gibt klassische Balladen, mehrstimmige Chorsätze mit Melismen oder komponierte Dialoge, die Rap-Verse gegen eine poppige Melodie setzen. Einflüsse der modernen Klassik sind ebenso spürbar wie die Liebe zu Sondheim, in Binnenreimen und vor allem in der sehr engen Umarmung von Musik und Text. (…) All das, wofür die englische Sprache den schönen Ausdruck „Coming of Age“ bereithält, wird hier mit großer Empathie verhandelt.

Musical Today (die vollständige Rezension finden Sie hier)

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Schon bald wird klar, dass der Sturm nicht nur die Landschaft aufwühlt, sondern auch metaphorisch für die Gefühlswelt der Figuren steht. Denn das, was das Musical unmissverständlich hervorhebt, ist, dass die Frage nach dem Ich für queere Jugendliche weitaus schwerer zu beantworten ist. (…) IM AUGE DES STURMS ist ein stark atmosphärisches, beinahe immersives Stück. (…) Die Songs von Nic Schilling stehen für sich selbst, gelingen als große Momente, in denen die Figuren ihre eigene Erzählung wieder an sich reißen und gefestigt daraus hervorkommen. Aber besonders die Beziehungen der Charaktere glänzen in den kleineren intimen Dialogen, lassen sie in ihren Gefühlen changieren und auch mal Mist bauen. (…) Als Coming-of-Age-Stück funktioniert die Geschichte an manchen Stellen auch aufklärerisch, erklärt Begrifflichkeiten, Schuld und Werte, schwingt dabei aber nie die Moralkeule. 

Nürnberger Nachrichten

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Ich finde es extrem wichtig, Geschichten und Rollen auf die Bühne zu bringen, die man im Musical noch nicht oft sieht. Die Hauptfigur ist nicht-binär, es gibt eine lesbische Liebesgeschichte, und generell geht es viel um Identitätskrisen. (…) Ich glaube, dass solche Stoffe großes Potenzial haben. Es ist eine Art Musical, die in Deutschland noch nicht oft erzählt wird. Die Verbindung aus Popmusik und Kirchenmusik ist spannend, und mir war wichtig, das Genre zu feiern, ohne den Fokus auf Schauspiel zu verlieren. Für mich gehört beides zusammen: große musikalische Momente und eine starke, handlungsgetriebene Erzählung.

Nele Neugebauer, Regisseurin der Uraufführung


Eine Gruppe Jugendlicher sucht in einer rätselhaften Kirche Schutz vor einem ebenso rätselhaften Sturm. Sie leben dort teilweise schon seit langer Zeit, abgeschottet von der Außenwelt. Mit der Zeit entstehen Spannungen: Gruppenoberhaupt Trito kämpft mit Fragen von Schuld und Identität, und Neuankömmling Lila versucht, unerwartete Gefühle zu verstehen. Doch wie können sie ihre persönlichen Probleme bewältigen, während der Sturm droht, alles zu zerstören? Die Gruppe muss vielen Belastungen standhalten, bevor alle ihre individuellen Wege in die neu gewonnene Freiheit finden können.

IM AUGE DES STURMS erzählt von der Akzeptanz diverser Lebensentwürfe in einer dynamischen Gemeinschaft. Das Musical verarbeitet dabei Themen wie Queerness, Identität, Religion, Freundschaft und Heimat, und es stellt die Frage, ob Wahlverwandtschaft ebenso wertvoll sein kann wie Familie. Akzentuierte Symbolik verbindet sich mit Problemen, die Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen vertraut sind. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Brüche und Ansätze zu deren Überbrückung aufgezeigt. Nic Schillings Musik ist eine kühne Verbindung von traditionellen, auch kirchenmusikalischen Elementen mit einer zeitgenössischen Musiksprache.

Die Uraufführung von IM AUGE DES STURMS fand am 1. Mai 2026 als Koproduktion des Kulturforums Fürth mit dem Förderverein Queeres Musiktheater e.V. statt. 


Der Förderverein Queeres Musiktheater e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Fürth. Er widmet sich der Förderung von Kunst und Kultur durch Musiktheaterprojekte, die queere Themen in den Mittelpunkt stellen. Ziel des Vereins ist es, eine Plattform zu schaffen, die Raum für Vielfalt, Inklusion und Kreativität bietet. Gemeinsam mit dem Kulturforum Fürth veranstaltet der Verein die Uraufführung des Musicals "Im Auge des Sturms". Seit seiner Gründung 2024 konnte der Verein bereits ein umfangreiches Netzwerk von Unterstützer:innen und Partnerinstitutionen aufbauen.


Foto: Nina Scheibe

Nic Schilling ist Komponist:in und Musiktheaterschaffende:r mit einem interdisziplinären Ansatz zwischen Musik, Theater und digitalen Medien. Bereits mit 17 Jahren komponierte dey das Jugendmusical LAIKA, das 2014 in der Deutschen Schule Budapest unter deren eigener musikalischer Leitung uraufgeführt wurde. Nach einem Jahr der Regie- und Produktionshospitanz am Palast der Künste (MüPa) Budapest nahm dey ein Studium der Musiktheaterwissenschaft an der Universität Bayreuth auf und absolvierte parallel die C-Prüfung im Fach Chorleitung an der HfK Bayreuth. Dey leitete zahlreiche studentische Musiktheaterproduktionen, war als musikalische Assistenz an der Uraufführung des zypriotischen Musicals Το παιδί και το δέντρο (Musik A. Panayi) beteiligt und trug als Chorleitung zur Gründung des Unichor Bayreuth bei. Neben eigenen Theater- und Musiktheaterwerken komponierte dey zahlreiche Chor- und Orchesterstücke, die unter anderem im Theater des Westens Berlin, im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth und auf der Luisenburg in Wunsiedel von unterschiedlichsten Ensembles aufgeführt wurden. Aktuell arbeitet dey als Komponist:in und Librettist:in an dem Musical IM AUGE DES STURMS (Uraufführung 2026). 2025 schloss Nic Schilling deren Master in Computerspielwissenschaft ab, mit einem Forschungsschwerpunkt auf der Verbindung von Musik und interaktiven Medien für Bildungszwecke. Nic gründete 2023 gemeinsam mit Ruben Schäfer das Unternehmen Salzsammler Studios, welches interaktive XR-Anwendungen für Museen und Bildungseinrichtungen entwickelt. Nic Schilling ist Gründungsmitglied und Vorsitzende:r des Förderverein Queeres Musiktheater e.V.


Foto: Christian Hartmann

Annabell Strobel ist Dramaturgin und Musiktheaterschaffende. Sie wuchs in Dresden auf und studierte Musiktheaterwissenschaft an der Universität Bayreuth, wo sie als Vorstand des theater am campus aktiv war und am Forschungsinstitut für Musiktheater als studentische Hilfskraft arbeitete. Parallel absolvierte sie ein Gaststudium in Gesang an der HfK Bayreuth. Hospitanzen in Regie und Dramaturgie führten sie unter anderem an die Semperoper Dresden, das Landestheater Linz, die Theater Chemnitz und das theater junge generation in Dresden. In den letzten Jahren konzipierte und inszenierte sie eigene Musiktheaterstücke an der Universität und in der freien Szene in Bayreuth, wie das Musical O MY HEART und das szenische Konzert DIE WELLEN, DIE UNS TRAGEN. Seit 2024 studiert Annabell Strobel im Master Dramaturgie mit Schwerpunkt Musiktheater an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. In der Spielzeit 2024/25 betreute sie dort die Oper WRITTEN ON SKIN (Regie: Balázs Kovalik). In der Spielzeit 2025/26 wirkt sie als Dramaturgin an der Opernperformance LAZARUS ODER DIE FEIER DER AUFERSTEHUNG (Regie: Martina Veh) und dem Operndoppelabend AUF UND AB. ÜBER DIE UNAUSWEICHLICHE ZUNAHME VON MISSVERSTÄNDNISSEN (Musiktheater nach Nino Rota und Darius Milhaud, Regie: Ingo Kerkhof) mit. Aktuell ist sie außerdem als Buchautorin und Dramaturgin an der Entstehung des Musicals IM AUGE DES STURMS (Musik/Text Nic Schilling) beteiligt und begleitet das Stück auf dem Weg zur Uraufführung im Mai 2026. Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des Fördervereins Queeres Musiktheater e.V.


Foto: Adelaide Rosina

Isa Fallenbacher ist Sängerin, Schauspielerin und Theaterschaffende. Sie schreibt sowohl Liedtexte als auch Buch und Musik für neue Stücke und arbeitet an Übersetzungen. 2017 gründete Isa während ihres Bachelorstudiums die Theatergruppe MusicalMinds, mit der sie als Darstellerin, Produzentin und Regisseurin etliche Musicals und Konzertformate am Theater an der Universität Regensburg realisierte. Nach einem Master of Music an der Kunsthochschule in Tilburg hat sie nun ihren Lebensmittelpunkt in Regensburg. Dort ist sie auch als Dozentin an der Hochschule tätig und leitet einen Musicalchor. Seit 2022 entwickelt Isa gemeinsam mit Simon* Hensel und Cora Frank das interaktive Musical WIR/ALLEIN. Das Stück begleitet zwei junge Frauen auf ihrer Kennenlernreise. An drei entscheidenden Momenten wird das Publikum aktiv und bestimmt, wie sich die Charaktere entscheiden. Nach einer Workshop-Produktion im April 2025 liegt das Stück nun beim Münchner Verlag ipipapa und ist bereit für die offizielle Uraufführung. Das Musical RUND UM DEN HUND, geschrieben von Isa Fallenbacher, Simon* Hensel und Nicole Behnke, feierte im September 2025 in Magdeburg Premiere und wird 2026 von dem Trio in Berlin und Regensburg gespielt. Seit Herbst 2024 ist Isa zudem als Buchautorin Teil des Teams von IM AUGE DES STURMS, das im Mai 2026 seine Uraufführung am Kulturforum Fürth erleben darf und von Musik und Bühne verlegt wird. Aktuell entwickelt Isa in ihrem jüngsten Projekt gemeinsam mit Carla Doben das Musical WO WORTE IHRE GRENZEN FINDEN – ein Stück über Kreativität, Kommunikation, Inklusion sowie die Macht und Ohnmacht von Worten. Eine erste Workshop-Präsentation ist für September 2026 geplant.



Audio

Sie können einige musikalische Nummern aus IM AUGE DES STURMS als Demo-Aufnahmen mit diesem Link hören (externer Link zu einem Dropbox-Ordner).

Online-Ansichtsmaterial

Programmheft

Das Programmheft zur Uraufführung im Kulturforum Fürth mit ausführlicher Handlung und einem Einführungstext von Autorin Annabell Strobel können Sie hier ansehen.


Probenfoto IM AUGE DES STURMS (Kulturforum Fürth, Foto: Ana Wybkea)

Bin ich wirklich nur die Schachfigur 
im Schattenspiel von Monstern 
und Gestalten?
Stets von Stürmen und Gewalten unterdrückt! 

Bin ich verrückt geworden?
Warum will mein Kopf mich 
nicht in Ruhe lassen, 
in Kategorien passen?
Kann ich nicht ein Mann sein, eine Frau, 
oder zumindest ganz genau verstehen, 
was ich denn bitte sonst bin?

Nr. 10 / Schachfigur

*

Ich zünde ein Feuer 
aus Liebe und Wut,
die Flamme, die lodert, 
war eben noch Glut!
Ich fass mir ein Herz 
und ich finde den Mut,
ihr seht nur den Tropfen, 
doch bald kommt die Flut!

Ich fall’ durch den Himmel 
und fürchte mich nicht!
Und Farbe und Wasser 
und Hoffnung und Licht
sind überall, 
Stürme sind leise, 
wenn Zeitalter Kreise ziehen.
Und meins hat grade erst angefangen.

Nr. 7 / Mein Zeitalter


Gute Stimmung bei den Proben: Team und Ensemble von IM AUGE DES STURMS (Foto: Simon* Hensel)