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Glückwunsch an IM AUGE DES STURMS und MATILDA

Die Nominierten für den Deutschen Musical Theater Preis 2026 wurden bekanntgegeben. Zwei Werke aus dem Musik-und-Bühne-Katalog sind in drei Kategorien vertreten.

IM AUGE DES STURMS in Fürth (Fotos: Stella Fritz)

MATILDA in Baden bei Wien (Fotos: Bühne Baden/Lalo Jodlbauer)

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Unter den Nominierten des diesjährigen Deutschen Musical Theater Preises ist das neue Musical IM AUGE DES STURMS von Nic Schilling, Annabell Strobel und Isa Fallenbacher. Das Stück handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die in einer Kirche Schutz vor einem rätselhaften Sturm sucht.

IM AUGE DES STURMS erzählt von der Akzeptanz diverser Lebensentwürfe in einer dynamischen Gemeinschaft. Das Musical verarbeitet dabei Themen wie Queerness, Identität, Religion, Freundschaft und Heimat, und stellt die Frage, ob Wahlverwandtschaft ebenso wertvoll sein kann wie Familie.

Nic Schilling ist in den Kategorien „Beste Komposition“ und „Beste Liedtexte“ nominiert.

Eine enge Umarmung von Text und Musik

„Der Sturm ist hier nur ein Symbol für das, was auf Jugendliche beim Heranwachsen einprasselt“, schreibt Angela Reinhardt in Musical Today anlässlich der Erstproduktion im Kulturforum Fürth. „Es geht nicht nur um die sexuelle Orientierung, sondern ganz allgemein darum, Gewissheit zu finden – woran man glaubt, wem man vertrauen kann, wohin man will im Leben.“

Besonderes Lob findet sie für das einfühlsame Buch von IM AUGE DES STURMS: „All das, wofür die englische Sprache den schönen Ausdruck ‚Coming of Age‘ bereithält, wird hier mit großer Empathie verhandelt.“ Nic Schillings Musik sei „erstaunlich reich“, so Reinhardt, und enthülle „mit jedem Song Neues“.

Sie führt aus:

Die Lieder lassen in die Seele der Figuren blicken, schildern subtil die Geborgenheit oder Nervosität in der Kirche. Sie sitzen genau an den richtigen Stellen und der Übergang vom Dialog in Musik wirkt natürlich.

Ein West-End-Hit endlich auf Deutsch

In der Kategorie „Beste deutschsprachige Erstaufführung“ ist darüber hinaus die Produktion von Roald Dahls MATILDA an der Bühne Baden nominiert. Der populäre Roman über ein junges Mädchen, das von seiner Familie vernachlässigt wird und telekinetische Fähigkeiten entwickelt, wurde von Tim Minchin (UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER) und Dennis Kelly in ein Erfolgsmusical verwandelt.

In der Musicalzentrale lobt Frank Guevara Pérez anlässlich der deutschsprachigen Erstaufführung in Baden bei Wien die „emotionale Tiefe“ und die „kluge Balance zwischen Komik und Ernst“. Er führt aus:

Minchins Kompositionen verbinden eingängige Motive mit präzisem Wortwitz und sind eng mit der Dramaturgie verzahnt: Die Songs treiben die Handlung voran und schärfen Figuren, statt sie zu unterbrechen. Dennis Kellys Buch geht dabei bewusst über die Romanvorlage hinaus.

Kluge Gesellschaftskritik mit Herz

Besondere Würdigung findet Sabine Ruflairs Übersetzung, die „die Originaltexte stilsicher auf[greift] und daraus eine eigene sprachliche Welt [entwickelt]. Wortspiele, Reime und Rhythmus bleiben dabei nicht nur verständlich, sondern tragen den musikalischen Fluss zuverlässig weiter.“

„Die Musik und Songtexte von Tim Minchin verbinden Virtuosität, Ironie und emotionale Direktheit“, schreibt Patricia Messmer auf kulturfeder.de über MATILDA. „Sabine Ruflairs deutsche Fassung trifft Tonfall und Rhythmus mit bemerkenswerter Präzision.“ Das Musical sei dabei „weit mehr als Familienunterhaltung, es ist kluge Gesellschaftskritik mit Herz“.

Musik und Bühne wünscht allen Nominierten viel Erfolg bei der Preisverleihung am 16. November 2026 in Berlin.


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