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Zwei Musicals über das Erwachsenwerden

In der aktuellen Presseschau stellen wir zwei Musicals vor, die das Thema Erwachsenwerden aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

SPRING AWAKENING in Wien (Fotos: Volksoper/Marco Sommer)

ARTUS – EXCALIBUR in Osnabrück (Fotos: Theater/Stephan Glagla)

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Für Ungeduldige direkt zu den Stückinfos:

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Ein Schauspielklassiker als Rock-Musical: SPRING AWAKENING

Das Musical SPRING AWAKENING (nach Frank Wedekinds berühmten Schauspiel FRÜHLINGS ERWACHEN) besitzt im anglo-amerikanischen Raum schon lange Kultstatus. Auch mehr und mehr Bühnen im deutschsprachigen Raum entdecken das aufwühlende Werk für sich. Diese Spielzeit feierte es an der Volksoper Wien sowie am JUNGEN! Staatstheater Braunschweig Premiere.

Das Rock-Musical, das laut Patricia Messmer auf kulturfeder.de „längst zum Kanon des zeitgenössischen Musiktheaters gehört“, habe „nichts von seiner Sprengkraft eingebüßt“. Das Stück von Duncan Sheik und Steven Sater (ALICE BY HEART) biete eine „schonungslose Darstellung jugendlicher Sexualität und gesellschaftlicher Repression“.

Zur Musik schreibt Messmer: „Wenn in ‚Mama who bore me‘ die weiblichen Stimmen zu einem trotzigen Chor anschwellen oder in ‚The Bitch of Living‘ das Ensemble die aufgestaute Wut der Jugendlichen herausschleudert, entsteht eine unglaubliche Energie.“ Ihr Resümee:

SPRING AWAKENING zeigt eine Jugend im Ausnahmezustand: laut, verletzlich und von einer Gesellschaft umstellt, die ihre Fragen nicht hören will.

Ein düsteres Coming-of-Age-Singspiel

Als „energetisch, kraftvoll und wütend“ lobt Celina Larab SPRING AWAKENING in Musical Today. „In der Zeit der Jahrhundertwende versucht sich die junge Generation inmitten prüder Sexualmoral und einem restriktiven Erziehungssystem zurechtzufinden“, erklärt sie über das Stück. „Die erblühende Sexualität ist allgegenwärtig in einer schambehafteten, lieblosen Welt, in der Erwachsene bloßer Störfaktor sind und psychische wie physische Gewalt die Regel statt die Ausnahme ist.“

Doch bei „all dieser Schwere bietet die Musik“, so Larab weiter, „einen Safe Space, in den die Figuren für einen kurzen Moment auszubrechen vermögen.“ Als „düsteres Coming-of-Age-Singspiel“ bezeichnet Miriam Damev SPRING AWAKENING im Falter. Die Figuren stehen „im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Konventionen und innerem Brodeln“, wobei aus der Verbindung von Text und Musik ein „emotionaler Raum [entstehe], der vielen jungen Menschen Anknüpfungspunkte bietet“.

Ein bildgewaltiges Ritterepos: ARTUS – EXCALIBUR

Einen ganz anderen Blick auf das Erwachsenwerden wirft Frank Wildhorn (JEKYLL & HYDE) in ARTUS – EXCALIBUR, das aktuell in Osnabrück gezeigt wird. Thorsten Wulf hebt in seiner Rezension für Musical Today insbesondere die „Frank-Wildhorn-typischen Bombast-Balladen und großen Chorszenen“ hervor. Auch Dominik Lapp lobt auf kulturfeder.de die „klanglich opulente Partitur“ des „bildgewaltigen Ritterepos“, das von der „vielgestaltigen“ Musik getragen wird.

Die Musik von ARTUS – EXCALIBUR verbinde, so Lapp weiter, „verschiedene Klangfarben: rockige Rhythmen treffen auf keltische Anklänge, Dudelsackklänge mischen sich mit orchestralen Passagen. Nach WONDERLAND und BONNIE & CLYDE markiert das Werk eine Phase, in der Wildhorn seine musikalische Handschrift hörbar verändert.“ Stephan Drewinka resümiert in Blickpunkt Musical:

Wildhorns Musik überzeugt mit ihrem charakteristischen Mix aus Popballaden, sinfonischen Klängen und ungewohnten, keltischen Einflüssen, inklusive eines Dudelsack-Spielers.


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