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Von der Burgruine bis zur Seebühne: Acht Ideen für den Freiluftsommer

Bei rekordverdächtigen Temperaturen läuft die Open-Air-Theater-Saison aktuell auf Hochtouren. Wir stellen acht außergewöhnliche Musical-Ideen für Freiluftproduktionen vor.

ROCKY in Teklenburg (Fotos: Daniel Lagerpusch)

FRANKENSTEIN JUNIOR in Jagsthausen (Fotos: Tobias Metz)

SOMETHING ROTTEN! in Bad Hersfeld (Fotos: Johannes Schembs)

NATÜRLICH BLOND in Dresden (Foto: Robert Jentzsch)

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ROCKY

Die Underdog-Geschichte um den Boxer ROCKY machte Sylvester Stallone 1976 über Nacht zum Star. Stallone hat das von ihm selbst verfasste Drehbuch gemeinsam mit Librettist Thomas Meehan (HAIRSPRAY) zu einem Musical adaptiert, für das die Tony-Gewinner Lynn Ahrens und Stephen Flaherty (RAGTIME) die Songs verfassten.

Dass ROCKY auch unter freiem Himmel bestens funktioniert, zeigt derzeit die Produktion in Tecklenburg. Thorsten Wulf bezeichnet sie in Musical Today als „spektakulär“. André Böke hebt in der Musicalzentrale die „atmosphärische Nachzeichnung ikonischer Filmszenen“ und die „starke Figurenführung“ hervor, durch die der Abend eine „mitreißende Wirkung“ erzielt.

FRANKENSTEIN JUNIOR

Ebenfalls auf einem populären Film basiert Mel Brooks’ FRANKENSTEIN JUNIOR. Das kürzlich 100 Jahre alt gewordene Comedy-Genie hat seinen Film (wie schon THE PRODUCERS) selbst für die Bühne bearbeitet. Entstanden ist ein Musical, das Grusel und Humor perfekt verbindet und dabei zahlreiche klassische Horrorfilme parodiert.

Bei den Burgfestspielen Jagsthausen ist FRANKENSTEIN JUNIOR aktuell unter freiem Himmel zu erleben, wobei die Götzenburg die ideale Kulisse für Frankensteins Gruselschloss bietet. „Die sehr lustigen Dialoge des Musicals stammen größtenteils aus dem Film“, schreibt Angela Reinhardt in Musical Today. „Frank Thannhäuser und Iris Schumacher haben das Ganze mit trefflichen Pointen übersetzt“.

SOMETHING ROTTEN!

Weiter in der Geschichte zurück entführt das Musical SOMETHING ROTTEN! Wir befinden uns im elisabethanischen England, wo zwei aufstrebende Theaterautoren alles daransetzen, Shakespeare von seinem Dichterthron zu stoßen. Mithilfe eines Wahrsagers werfen sie einen Blick in die Zukunft, um zu erfahren, was die nächste große Theatersensation sein wird: Wenn sie Erfolg haben wollen, müssen sie ein Musical schreiben!

Diese satirische und historisch nicht ganz korrekte Entstehungsgeschichte des Musicals stellt diesen Sommer in Bad Hersfeld ihr Freiluft-Potenzial unter Beweis. Als eine „urkomische Liebeserklärung an das Genre Musical“ bezeichnet Marcus Leitschuh das Stück in Musical Today. „Wortwitz und Gags durch die Zeitebenen zünden in Perfektion. Die Stärke des Stückes ist, dass jeder lacht.“ Dominik Lapp preist SOMETHING ROTTEN! auf kulturfeder.de als „klug konstruierte Komödie voller Esprit, Tempo und Selbstironie“.

NATÜRLICH BLOND

An Humor mangelt es auch der Bühnenadaption des Hit-Films NATÜRLICH BLOND nicht: Um ihren Exfreund zurückzugewinnen, beschließt die scheinbar oberflächliche Blondine Elle Woods, kurzerhand an der renommierten Harvard-Universität Jura zu studieren. Dort muss sie nicht nur gegen allerlei Vorurteile ankämpfen, sondern auch lernen, ihr Potenzial zu entfalten. Das Musical ergänzt die ebenso emotionale wie komische Coming-of-Age-Geschichte mit fetzigen Ohrwürmern aus der Feder von Laurence O’Keefe und Nell Benjamin.

Die Comödie Dresden bewies vorletztes Jahr, dass sich NATÜRLICH BLOND bestens für Freiluftaufführungen eignet. Ein „fröhliches Sommertheater“ nennt Marcus Leitschuh die Produktion bei Musical Today. Das Musical entführe „gekonnt in eine oberflächlich wirkende pinke Welt voller Vorurteile und Klischees“. Leitschuh lobt sowohl Musik als auch Gesangstexte und führt aus:

Der Wortwitz und das kunstvolle Verwenden von Wortspielen, verwobenen Motiven und Bezügen, Wiederholungen und Reimen in einem ungewöhnlichen Rhythmus machen die Texte zu einem Erlebnis.

UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER

Auf einer Kultkomödie basiert auch das Musical UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER. Der Verwechslungsspaß mit Bill Murray wurde von Tim Minchin (MATILDA) in ein rasantes Musical verwandelt. Der griesgrämige Wettermoderator Phil Connors gerät wie im Film am Murmeltiertag in eine Zeitschleife und lernt im Verlauf der Handlung, ein besserer Mensch zu werden. „Das Stück wirbelt die Gemüter auf, macht riesiges Vergnügen und begeistert das Publikum“, schreibt Jürgen Rickert in Musical Today zur deutschsprachigen Erstaufführung in Hildesheim.

LIEBE STIRBT NIE

Epische Dimensionen – auch für Freiluftbühnen – bietet LIEBE STIRBT NIE. Andrew Lloyd Webber erzählt hier die Geschichte aus seinem Musical-Evergreen PHANTOM DER OPER weiter. Seine Open-Air-Tauglichkeit bewies das Stück vorletztes Jahr in Magdeburg. Frank Guevara Pérez beschreibt LIEBE STIRBT NIE in der Musicalzentrale als Stück mit „viel Emotion, dem Lloyd-Webber-typischen Pathos und großer Orchesterbegleitung“ und lobt besonders die „romantisch-schwelgerischen Melodien Lloyd Webbers mit viel Leidenschaft und Energie“.

ARTUS – EXCALIBUR

Als nicht minder episch entpuppt sich ARTUS – EXCALIBUR von Frank Wildhorn (JEKYLL & HYDE, BONNIE & CLYDE). Mit Rittern, Schwertkämpfen und mittelalterlichem Ambiente eignet sich das Musical über den jungen König Artus hervorragend für Freiluftbühnen in Burgen oder anderen alten Gemäuern (wie 2016 in Tecklenburg). „Wildhorns Musik überzeugt mit ihrem charakteristischen Mix aus Popballaden, sinfonischen Klängen und ungewohnten, keltischen Einflüssen, inklusive eines Dudelsack-Spielers“, resümiert Stephan Drewinka in Blickpunkt Musical anlässlich der letzten Produktion in Osnabrück.

SHREK

Ein Musical für die ganze Familie ist SHREK, basierend auf dem gleichnamigen DreamWorks-Film über den grünen Oger mit dem großen Herz. Patricia Messmer beschreibt das Stück auf kulturfeder.de als „farbenfrohes Musical, das zwischen Märchenparodie und warmherziger Freundschaftsgeschichte pendelt“. SHREK sei ein „rundum gelungenes Vergnügen“ und ein „Fest der Fantasie“. In diesem Sommer zeigt die Waldbühne Kloster Oesede eindrucksvoll, wie gut SHREK auch unter freiem Himmel funktioniert. Bereits letztes Jahr lief das Musical erfolgreich bei den Freilichtspielen Tecklenburg.


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