SOMETHING ROTTEN! – Das etwas andere Renaissance-Musical
Schon die Eröffnungsnummer dieses Musicals von Wayne und Karey Kirkpatrick sowie John O’Farrell macht deutlich: Bei diesem Stück handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Shakespeare-Musical.
Im Zentrum der Show stehen Shakespeares Konkurrenten Nick und Nigel Bottom, die mithilfe eines Hellsehers einen Theaterhit im Tudor-London produzieren wollen und dabei zufällig das Musical erfinden.
„Das Buch strotzt nur so vor Pointen, Wortspielen, Doppeldeutigkeiten sowie gelungenen Anspielungen auf Musicals wie CATS, LES MISÉRABLES und FIDDLER ON THE ROOF“, schreibt Christoph Doerner auf kulturfeder.de über die jüngste Produktion von SOMETHING ROTTEN! am English Theatre Frankfurt.
GROUNDHOG DAY: Eine unkonventionelle Zeitschleifen-Komödie
Der Bill-Murray-Film UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zählt zu den beliebtesten Komödien der Neunziger. Die Musical-Adaption von Tim Minchin (MATILDA) und Danny Rubin ist nicht minder witzig: Der selbstverliebte Wettermoderator Phil Connors muss am 2. Februar, dem Murmeltiertag, aus Punxsutawney über die dortigen Feierlichkeiten berichten und findet sich plötzlich in einer Zeitschleife wieder – jeder Tag ist für ihn nun der verhasste Murmeltiertag. Beim Versuch, sich aus der Zeitschleife zu befreien, lernt Phil nicht nur, ein besserer Mensch zu sein, sondern findet zudem die große Liebe.
Als „unkonventionell und komplex“ bezeichnet Markus Zeller UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER in der Musicalzentrale anlässlich der deutschsprachigen Erstaufführung in Hildesheim. In Musical Today resümiert Jürgen Rickert: „Abwechslungsreiche, eingängige Musik, geschliffene Dialoge, spannende Story mit anrührenden Momenten mischen sich zu einem amüsanten Bühnenstück.“
THE PRODUCERS: Mel Brooks’ Hommage an die Musical Comedy
Ein wahrer Angriff auf die Lachmuskeln ist THE PRODUCERS von Comedy-Legende Mel Brooks (FRANKENSTEIN JUNIOR). Das Musical über zwei Broadway-Produzenten, die versuchen, einen garantierten Flop zur Aufführung zu bringen, um sich anschließend mit den Investorengeldern aus dem Staub zu machen, gewann zwölf Tony Awards – ein beeindruckender Rekord.
Neben der bereits in der Filmvorlage vorhandenen großen Stück-im-Stück-Nummer „Springtime for Hitler“ enthält das Musical mit „I Wanna Be a Producer“, „Keep It Gay“ oder „We Can Do It“ zahlreiche (ebenso witzige wie eingängige) neue Songs, die ganz dem Geist der Musical Comedy verpflichtet sind.
Als „scharfsinniges Fest der politischen Inkorrektheit“ und „Feuerwerk des Slapsticks“ voller „Pointen und Anspielungen“ lobt Orpheus-Kritiker Joachim Lange THE PRODUCERS in seiner Rezension zur Leipziger Aufführung.
AVENUE Q – Das schwarzhumorige Puppen-Musical
Einen intimeren Rahmen, aber ebenso viel (bösen) Humor bietet AVENUE Q von Robert Lopez, Jeff Marx und Jeff Whitty. Erwachsene Themen wie Rassismus, Arbeitslosigkeit und Enttäuschungen im Liebesleben werden in bewusst kindlich anmutender Form aufbereitet, wobei ein Teil der Charaktere durch Puppen dargestellt wird, wie man sie aus so manch berühmter Kindersendung kennt.
Im Musical zieht der Protagonist Princeton nach seinem College-Abschluss in die schäbige New Yorker AVENUE Q, wo er zusammen mit den anderen Bewohnern der Straße nach einer Perspektive für sein Leben sucht.
Das Stück sei „unterhaltsam und absolut respektlos“, heißt es in der Musicalzentrale anlässlich der Koblenzer Produktion. Zur Uraufführung 2003 lobte Ben Brantley AVENUE Q in der New York Times als „savvy, sassy and eminently likable“.
Karneval in der Welt der Operette
Für Komödienliebhaber ist neben dem Musical natürlich auch die Operette eine wahre Schatztruhe: Emmerich Kálmáns FASCHINGSFEE etwa handelt von einer amüsanten Kette von Missverständnissen, in deren Zentrum der junge Maler Viktor Ronai steht. Ein Teil der Operette spielt auf einem Faschingsball, der den optimalen Rahmen für zahlreiche humoristische Verwicklungen bildet.
Während der Karnevalszeit spielt auch Johann Strauß’ EINE NACHT IN VENEDIG. Die Operette, die von aberwitzigen Verwechslungen lebt, liegt in einer Bearbeitung von Erich Wolfgang Korngold und Ernst Marischka vor.
In dieser sind neben bekannten Liedern wie „Komm in die Gondel“ und „Die Tauben von San Marco“ auch die Arien „Treu sein, das liegt mir nicht“ und „Sei mir gegrüßt, du holdes Venezia“ enthalten.